Kirchengemeinde
Idensen-Mesmerode

 

 

 

 

 

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Wer erkennt es - Mai 2023WererkenntMai23

Je länger ich diese Rubrik schreibe, desto mehr Lieder fallen mir ein, über die ich schreiben möchte. Dabei muss ich sagen, dass ich bei vielen Liedern erst durch dieses Schreiben den Text wirklich bemerke und beachte. Vielleicht geht dies Ihnen beim Lesen ja auch so?

Ich habe mal wieder einen Oldie herausgesucht, der mich mein Leben lang schon begleitet. Gedanken über den Text habe ich mir bislang nicht gemacht. Schade eigentlich. Hier der Text:

„Kumpel, du bist ein Junge, machst einen großen Lärm
Spielst auf der Straße, wirst eines Tages ein großer Mann sein
Du hast Schlamm in deinem Gesicht
Du bist eine große Schande
Trittst deine Dose in der Gegend herum
Singen:

Wir werden es, werden dich rocken!

Wir werden es, werden dich rocken!


Kumpel, du bist ein junger Mann, ein harter Mann
Schreist auf der Straße, wirst eines Tages die Welt übernehmen
Du hast Blut in deinem Gesicht
Du bist eine große Schande
Schwenkst dein Banner in der Gegend herum


Wir werden es, werden dich rocken!

Wir werden es, werden dich rocken!

Sing mit:
Wir werden es, werden dich rocken!


Kumpel, du bist ein alter Mann, ein armer Mann
Flehst mit deinen Augen, dir eines Tages deinen Frieden zu geben
Du hast Schlamm im Gesicht
Du bist eine große Schande
Besser, jemand zeigt dir, wo du hin gehörst

Wir werden es, werden dich rocken!
Sing mit:
Wir werden es, werden dich rocken!
Jetzt alle:
Wir werden es, werden dich rocken!
Wir werden es, werden dich rocken!“

In dem Text wird immer wieder das Gesicht verschleiert: durch Schlamm, Blut und Regungslosigkeit. Der Angesprochene zeigt also nie sein wahres Gesicht, ist nicht ehrlich oder versteckt sich. Ist das in unserer Gesellschaft nicht immer wieder so? Dabei kann man natürlich verschiedene Beweggründe haben.

Variante 1: Man will das Gegenüber schützen, ihn nicht verletzen oder bloßstellen.

Gut gemeint, ist aber ja häufig nicht gut gemacht. Dein Gegenüber weiß so nichts von den tatsächlichen Gefühlen und kann nicht entsprechend reagieren. Ja, teilweise kommt es zu abstrusen Situationen: man bekommt immer mehr über dieses Thema und musst jetzt ja zeigen, dass es einen interessiert. Aus diesem Kreislauf hinauszukommen kann nur über Ehrlichkeit funktionieren. Damit verletzt man sein Gegenüber mehr, da ihm ja etwas vorgegaukelt wurde, als wenn man gleich deine ehrliche Meinung sagt. Man stelle sich etwas Profanes vor: Es gibt Oliven zu essen und man mag nicht sagen, dass man diese nicht leiden kann. Nun gibt es bei jedem Treffen Oliven. Oder klassische Musik (oder andere Musik, ist nur ein Beispiel). Oder es geht um ein Thema, dass einen einfach nicht interessiert.

Langfristig gesehen ist es also immer sinnvoller, den „Schlamm“ aus dem Gesicht zu waschen und sein wahres Gesicht zu zeigen. Oder man muss immer wieder Oliven essen..

Variante 2: Man hat Angst vor den Konsequenzen

Sind wir einmal ehrlich: In der Regel wird es nicht so sein, dass man körperlich angegriffen wird, nur weil man seine Meinung offen zeigt. Es handelt sich also meistens um psychische Folgen á la „wird er / sie mich dann noch mögen?“.

Diese Frage setzt ja voraus, dass das Gegenüber jemanden schon mag, diese beiden eine Freundschaft führen. Damit sind die vielen Facetten, aus denen jeder Mensch besteht, bekannt und anerkannt. Nur wegen einer unterschiedlichen Ansicht wird sich das nicht ändern. Bestehen zu viele Differenzen, ist es sowieso eine schwierige Freundschaft.

Und: Sind Freunde nicht dazu da, einem mal den Kopf wieder gerade zu rücken und Positionen zu diskutieren? Wenn nicht mit ihnen, mit wem dann?

Variante 3: Es ist die Meinung der Gruppe, mit der man unterwegs ist.

Eine falsche Auffassung wird nicht deshalb wahrer, weil viele sie vertreten. Vielleicht wird ein Aspekt einfach nicht betrachtet? Oder ein Meinungsbildner gibt eine Richtung vor und die anderen ziehen einfach mit?

Somit handelt es sich hier eigentlich um eine Abwandlung der ersten beiden Varianten, nur halt mit mehr Personen. Das kann es schwieriger machen, muss es aber nicht einmal. Das Gefüge der Gruppe kann sich verändern und man kann viel entspannter miteinander umgehen.

By the way: vielleicht ist ja auch die eigene Meinung falsch. Kann ja sein. Das kann man aber ja gar nicht betrachten, da man die Gründe oder Betrachtungen des Gegenübers nicht kennt. Da hilft es dann Zuhören und auch eine andere Meinung zulassen. Manchmal hilft auch der Beweggrund weiter, um die Auffassung des Gegenübers zu verstehen. Eine Erfahrung, eine Erinnerung oder die Kenntnis von etwas, dass man nicht kennt, können den Standpunkt begründen. Und vielleicht ändert dieses Wissen auch die eigene Auffassung? Und so weit würde man nicht kommen, wenn man nicht den eigenen Standpunkt klarmacht und darüber diskutiert.

Ein wichtiger Aspekt des Liedes ist aber der Refrain. „Wir werden es, werden dich rocken!“ Hört man die Musik dazu, kommt noch ein mitreißender Beat dazu, der dieses Lied einmalig macht. Wird dieser Rhythmus geklatscht, weiß jeder, um welches es sich handelt. Für mich drückt dies zwei Dinge aus: ich gehöre zu einer Gemeinschaft und ich kann Dinge mitgestalten, ich muss nur mitmachen.

Musik ist eine Sprache, die weltweit verstanden wird. Ähnlich wie in der Mathematik werden Symbole genutzt, die überall gleich sind. Dazu verbreitet Musik aber auch ein Gefühl, das je nach Einsatz von verschiedenen Instrumenten und Abfolge der Noten direkt in die Herzen geht. Einen Film ohne Musik werden wir nicht halb so gut mitfühlen können. Man stelle sich den weißen Hai ohne entsprechende Ankündigungsmusik vor, oder den Grusel, den wir bei entsprechender Musik empfinden, wenn im Gruselfilm die Hauptperson doch in den Keller geht. Oder auch die sehnsuchtsvolle Musik, wenn sich beim Liebesfilm die beiden sich zum ersten Mal sehen. Oder, oder, oder. 

Ob ich also ein Lied höre oder einen Film sehe, ich verstehe die Codierung und gehöre somit zur Gemeinschaft der Menschheit. Ein Schimpanse hat in seinem Clan sicher eine andere Codierung, so wie die Blaumeise in ihrem Schwarm auch. Aber auch kleinere Gruppen können sich so bilden. Ich denke an den Kirchentag, der im Juni dieses Jahres in Nürnberg stattfindet. Es werden sich wieder Hymnen bilden, die an jeder Straßenecke gesungen werden. In späteren Jahren werden diese Lieder wieder die Erinnerung hochkommen lassen und an die Gemeinschaft bei diesem Kirchentag erinnern. Ich denke da auch an Hymnen in Stadien, die gespielt werden, um die Fans und die Mannschaft anzufeuern, z.B. der „Anton aus Tirol“, der beim 1. FC Wunstorf gespielt wird, wenn ein Tor gefallen ist. Auch hier könnte man noch endlos Beispiele bringen.

Gerade die Aufforderung in diesem Lied, mitzusingen und mit zuklatschen, betont noch einmal das Gemeinschaftsgefühl. Es zeigt aber auch, dass ich Teil des Ganzen bin und es gestalten kann. Wenn die gesamte Gruppe singt und klatscht hat dies einen anderen Effekt, als wenn ein Einzelner dies tut. Eine zweite Stimme, ein Klatschen im Offbeat oder die verschiedenen Stimmlagen der Singenden sind nur möglich, wenn sich viele beteiligen.

Fügt man diese Aspekte – die des Textes, die des Refrains und die Musik – zusammen, dann kann es nur heißen: wir sind eine Gemeinschaft, in der jeder durch das Zeigen des wahren Gesichtes das Lied unseres Lebens beeinflussen kann. Davor sollte man keine Angst haben, sondern eher begeistert an den Variationen des Lebens mitwirken.

Und? Wer hat es erkannt? Vermutlich die meisten. Es ist das Lied „We will rock you“ von Queen. Das Lied wurde vom Gitarristen Brian May 1977 geschrieben und auf dem Album News of the World veröffentlicht.

Die Single wurde bereits am 7. Oktober 1977 veröffentlicht, während die LP erst am 28. Oktober 1977 auf den Markt kam. Die Single wurde mit der A-Seite We Are the Champions vermarktet und verkaufte weltweit zwei Millionen Exemplare. Eine Goldene Schallplatte wurde am 25. Januar 1978, Platin am 25. April 1978 verliehen. 1979 erschien der Titel erneut, und zwar als Live-Version auf der B-Seite von Crazy Little Thing Called Love.

Das Magazin Rolling Stone platzierte das Stück 2004 an 330. Stelle seiner Liste der 500 besten Songs aller Zeiten, die RIAA ordnete es in der Liste Songs of the Century auf Rang 146 ein. 2009 wurde We Will Rock You in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.  (https://de.wikipedia.org/wiki/We_Will_Rock_You_(Lied))

Neben diesen offiziellen Erfolgen ist aber der einzigartige Erfolg doch dieser: jeder kennt den Beat, und für viele ist es ein Rhythmus, bei dem man mitmachen muss. Für mich ist dies ein noch wesentlicher Hinweis auf die Bedeutung dieses Liedes.

Der Song wurde in einer ungenutzten Kirche im Norden von London aufgenommen. Das alte Gotteshaus hatte eine ganz besondere Akustik und hätte vermutlich auch einen riesigen stampfenden Chor beherbergen können. Oder eben viele Fans, die das Lied mitklatschen und mitsingen. Die wurden aber gar nicht benötigt. Die vier Bandmitglieder von Queen reichten völlig aus. Dank eines technischen Tricks: Sie trampelten auf herumliegenden Brettern herum, klatschten in die Hände, sangen und nahmen das Ganze auf. Das wiederholten sie viele Male, mischten die einzelnen Aufnahmen zusammen - fertig war der mitreißende Rhythmus und der tausendköpfige Chor. (https://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/Queen-We-Will-Rock-You,queen1422.html)

"We Will Rock You" ist eine Hymne des Feierns, angetrieben von der einprägsamen, wiederholten Zeile, die den Zuhörer ermutigt, sich zusammenzuschließen und mitzusingen. Der Text des Liedes handelt davon, für sich selbst einzustehen und keine Angst zu haben, sein wahres Gesicht zu zeigen und der Welt seinen Stempel aufzudrücken. Außerdem feiert der Song die Macht der Musik, indem der Refrain die Zuhörer auffordert, gemeinsam zu "rocken", um die Welt zu verändern. Der Song kann als Schlachtruf für Durchhaltevermögen und Stärke bei der Überwindung jedes Hindernisses interpretiert werden. (https://www.songtell.com/de/queen/we-will-rock-you)

Ich wünsche den Mut, den Schlamm und das Blut aus dem Gesicht zu waschen, so dass jeder das wahre Gesicht von jedem sehen kann. Und ich wünsche, dass die Akzeptanz von allen Seiten vorhanden ist, andere Meinungen und die verschiedenen Facetten anzuerkennen und zu akzeptieren.

                                              

                                                                                   Geschrieben von Kirsten Gutleben

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