Kirchengemeinde
Idensen-Mesmerode

 

 

 

 

 

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Wer erkennt es – OktoberWererkenntOkt23

Es ist Oktober geworden. Oktober mit seinem wundersamen Frühnebel und dem herrlichen Altweibersommer. Oktober mit seinen bunten Blättern, Kastanien und Kaminabenden. Der Herbst hat viele schöne Seiten. Mit dem aktuellen Lied will ich aber auf ein Thema aufmerksam machen, welches nicht so schön ist. Dennoch muss es thematisiert werden, denn nur gemeinsam können wir der Situation Herr werden. Hier erst einmal der Text.

Ich heiße Luka.
Ich wohne im 2. Stock.
Ich wohne über dir.
Ja, ich denke du hast mich schon mal gesehen.
Wenn du spät nachts was hörst: So etwas wie Zank, so etwas wie Kampf,
frag mich einfach nicht, was es war
Frag mich einfach nicht, was es war
Frag mich einfach nicht, was es war
Ich denke es ist, weil ich ungeschickt bin
Ich versuche, nicht zu laut zu reden
Vielleicht ist es, weil ich verrückt bin
Ich versuche, mich nicht so stolz zu bewegen.
Sie schlagen nur solange zu, bis du weinst.
Und danach fragst du nicht mehr, warum.
Du widersprichst einfach nicht mehr.
Du widersprichst einfach nicht mehr
Du widersprichst einfach nicht mehr

Ja, ich glaube ich bin ok
Ich bin wieder gegen die Tür gelaufen
Gut, das werde ich sagen, wenn du mich fragst
Und es geht dich nichts an
Ich schätze, ich wäre lieber allein
Wo nichts gebrochen, nichts geworfen wird

Frag mich einfach nicht, wie es mir geht
Frag mich einfach nicht, wie es mir geht
Frag mich einfach nicht, wie es mir geht

Ich heiße Luka
Ich wohne im 2. Stock
Ich wohne über dir
Ja, ich denke du hast mich schon mal gesehen.
Wenn du spät nachts was hörst: So etwas wie Zank, so etwas wie Kampf,
Frag mich einfach nicht, was es war
Frag mich einfach nicht, was es war
Frag mich einfach nicht, was es war

Sie schlagen nur solange zu, bis du weinst.
Und danach fragst du nicht mehr, warum.
Du widersprichst einfach nicht mehr.
Du widersprichst einfach nicht mehr
Du widersprichst einfach nicht mehr

Dieses Lied rührt mich schon viele Jahre an. Es ist ein Verzweiflungsschrei eines Menschen, der sagt, dass man sich nicht kümmern soll. Die Person hat resigniert.

Interessanterweise habe ich bei dem Lied immer an eine Frau gedacht. Google sagt: „Luca (auch Luka) ist ein sowohl männlicher als auch weiblicher Vorname. In Deutschland wird er jedoch meist als männlicher Vorname verwendet.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Luca_(Vorname)). Die Komponistin kommt aus Amerika. Es ist somit unklar, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Ich vermute, dass der Name genau deswegen gewählt wurde: Frau oder Mann, es ist egal.

Was nicht egal ist: es handelt sich um eine verzweifelte Person. Sie sagt, dass sie nicht angesprochen werden möchte, egal, was im Stockwerk darunter zu hören ist. „Wenn du spät nachts was hörst: So etwas wie Zank, so etwas wie Kampf, frag mich einfach nicht, was es war“. Möchte die Person wirklich nicht, dass nachgefragt wird?

Was verrückt ist: Oft geben die Opfer häuslicher Gewalt sich selber die Schuld an dem, was passiert. Im Liedtext:

Ich denke es ist, weil ich ungeschickt bin
Ich versuche, nicht zu laut zu reden
Vielleicht ist es, weil ich verrückt bin
Ich versuche, mich nicht so stolz zu bewegen.
… mich nicht so stolz zu bewegen… was ist das für eine Begründung für Schläge. Gut, es gibt keine Begründung für häusliche Gewalt, aber hier merkt man doch, wie abgedriftet die Entschuldigung für den Partner ist. Genauso gut kann man sich dafür entschuldigen, dass man atmet.

Das BMI teilt mit: Die Zahl der Opfer von Häuslicher Gewalt lag im Jahr 2022 bei 240.547 Opfern und ist damit um 8,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 gestiegen. Was ist das für eine grausam hohe Zahl. Und das sind die Zahlen, die die Dunkelziffer nicht beinhalten. Wer weiß, wie hoch diese Zahl sonst wäre.

Ich bin wieder gegen die Tür gelaufen
Gut, das werde ich sagen, wenn du mich fragst“

So heißt es im Text, wenn die Person sich entschieden hat, die Gewalt hinzunehmen, wenn sie keine Anzeige erstattet, sondern stattdessen nach Entschuldigungen für den Täter sucht. Damit die „Schande“ nicht nach außen dringt, kommt die Tür, gegen die man gelaufen ist, oder der Treppensturz als Erklärung für blaue Augen, Knochenbrüche oder andere Verletzungen.

Eine Zeile gibt mir Hoffnung, dass es irgendwann soweit sein wird, dass die Person aktiv wird. Es ist die Zeile:

Ich schätze, ich wäre lieber allein
Wo nichts gebrochen, nichts geworfen wird“

Immerhin fühlt die Person, dass es anderswo besser ist, wo es diese Gewalt nicht gibt, wo sie angenommen wird, so wie sie ist. Wo sie ungeschickt sein kann, laut reden und so gehen, wie sie mag. Da muss sie nur den Mut fassen, etwas ändern zu wollen.

Und jetzt kommen diakonische Hilfen ins Spiel. Wer häusliche Gewalt erfährt, der muss nicht allein kämpfen, diese Personen erhalten Unterstützung und Hilfen. Denn sie sind es nicht, die etwas falsch machen, es sind die gewalttätigen Personen.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" bietet Frauen unter der Nummer 116 016 rund um die Uhr kostenlose und anonyme Beratung in 18 Sprachen an. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

 Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „My name is Luca“ von Suzanne Vega. Das Lied wurde 1987 veröffentlicht und wurde von Suzanne Vega selbst geschrieben. Das Lied erschien auf dem zweitem Album Solitude Standing (1987) und es wurde auch als Single veröffentlicht. Es hat in den US-Charts Platz 3 erreicht.

Aus dem Netz füge ich zwei Beschreibungen bei, eine kurze und eine etwas längere.

„In Suzanne Vegas Wohnhaus lebte ein Junge namens Luka. Seine Erscheinung brachte die Singer-Songwriterin auf die Idee einen Song über Kindesmissbrauch zu schreiben. Mit seinem poppigen Sound wurde Luka 1987 zum Hit.“ https://www.ardaudiothek.de/episode/die-groessten-hits-und-ihre-geschichte/luka-suzanne-vega/swr3/78069130/

Suzanne Vega hat sich in verschiedenen Interviews recht ausführlich zu Inhalt und Entstehungsgeschichte geäußert. Demnach wurde sie von einem neunjährigen Jungen aus ihrer Nachbarschaft zu dem Song inspiriert. Dieser wohnte auch im wirklichen Leben eine Etage über ihr. Sie wurde auf ihn aufmerksam, als sie ihn beim Spielen mit anderen Kindern beobachtete und feststellte, dass er eine Art Außenseiterrolle einnahm. Vega betonte in ihren Interviews, dass er nicht wirklich unglücklich gewirkt habe, sie aber nicht viel über ihn gewusst habe. Tatsache aber ist, dass der wirkliche Luka nicht das Schicksal des Song-Lukas teilte: "There was a boy whose name was Luka who lived upstairs from me, who seemed like a happy child. Not exactly happy, but he was not abused, as far as I knew".

Im Song wird Luka aber misshandelt. Er wird geschlagen, ohne einen wirklichen Grund erkennen zu können und fragt sich, ob er zu unbeholfen und zu schusselig ist, zu laut spricht, ein bisschen verrückt ist oder sich zu stolz geriert. Vega singt den Song aus der Perspektive des Jungen und lässt den Zuhörer so nicht nur am Schicksal des Kindes teilhaben, sondern zieht ihn quasi in die Geschichte und somit auch in die Verantwortung mit hinein. Man frägt sich instinktiv, wie man in solch einer Situation eigentlich handeln sollte, käme man eines Tages in diese Bredouille. Die Anweisung gibt der virtuelle Luka zwar gleich mit: "just don't ask me what it was", "it's not your business anyway", "I guess I'd like to be alone", "just don't ask me how I am", was aber sicher eher zum Selbstschutz dient. https://www.jochenscheytt.de/popsongs/luka.html

Ja, die Musik dazu ist locker und flockig und beschreibt gut die Maske, die nach außen getragen wird, um die Gewalttätigkeit zu überspielen. Was mir in dem Lied nicht klar wurde, ist, dass es sich um die Gewalt gegen Kinder handelt. Für mich wird die Person nicht personifiziert und weder auf ein Geschlecht, noch auf ein Alter eingegrenzt.

Die Statistik für Kindesmisshandlung ist ebenfalls erschreckend: Im Jahr 2022 wurden 3.516 Fälle von Misshandlung von Kindern in Deutschland polizeilich erfasst, so das BMI. Die Anzahl dieser Straftat bleibt Jahr für Jahr ziemlich stetig.

Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet jedes Jahr viele Fälle von Kindesmisshandlung. Da ein Großteil der Taten jedoch im familiären oder sozialen Umfeld der Opfer stattfinden, muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden – Straftaten, die nicht zur Anzeige gebracht werden, weil die Opfer zu klein sind oder die Scham zu groß. Die körperlichen und seelischen Schäden prägen diese Kinder oft ein Leben lang. https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gewalt/kindesmisshandlung/fakten/

Kinder sind unser schützenswertestes Gut. Sie können sich alleine nicht wehren, sind abhängig von der Familie und entwickeln erst ein Selbstwertgefühl.

Ich wünsche uns allen, dass wir nie in die Situation geraten, häusliche Gewalt zu erkennen. Wenn wir aber diese bemerken, dass wir uns schützend vor das Opfer stellen und wir den Mut finden, die richtigen Worte und Taten zu finden. Bleiben Sie behütet.

                                                           geschrieben von Kirsten Gutleben

 

 

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